Es ist traurige Gewissheit: Der Hamann schließt.
Der was? Der Hamann man! Der Grund, warum ich noch nach Kierspe fahre. Eine altehrwürdige Kneipe direkt an der Kreuzung am Wildenkuhlen in Kierspe. Ihr fragt euch jetzt vielleicht “na und?”. Der Hamann ist nicht einfach nur eine Kneipe. Er hat mich und eigentlich alle meine Freunde und Bekannten irgendwie immer durchs Leben begleitet.

Im Hamann haben wir mit 14 Jahren schon gesessen und Bier (ääääh Cola natürlich) getrunken. In den “guten alten Zeiten” von RIOTS – unserer Band – haben wir jeden Abend dort verbracht. Wir haben immer dieses tierisch schale Altbier getrunken. Das Pils war auch nicht besser. Der Laden war einfach so schrullig, oldschool und verdorben wie wir. Es war unsere Heimat. Wie oft haben wir an einem Freitag Abend im Raum mit dem Billardtisch gesessen, rechts hinter der Tür an dem großen Tisch, und laut gedacht “warum sind wir eigentlich hier”. Es gab ja keinen guten Grund. Das Bier schmeckte nicht so wirklich, die Luft war schlecht, der Billardtisch krum, Dieter (der Besitzer) begrüßte einen immer freundlich mit “Tür zu, es zieht!” und die CDs haben wir auch schon tausend mal gehört.

Wer noch nicht im Hamann war kann das nicht verstehen. Es ist ein Teil von mir, genau wie von so vielen Anderen.

Ich erinnere mich (ein kleines bisschen) zum Beispiel noch an DEN Abend, als Fabiano das erste Mal bei RIOTS am Schlagzeug saß. Arne und Stephan haben ihn mit dem Auto in Schalksmühle abgeholt, während Pati und ich im Proberaum saßen und uns über drei Flaschen Sangria her machten. Als Fabiano dann da war und wir probten, war ich eigentlich schon garnicht mehr anwesend. Ich war einfach viel zu betrunken, und Pati ging es nicht besser. Trotzdem war es geil und legte den Grundstein für eine Freundschaft, die wohl nie enden wird. Ich sehe Fabiano zwar nurnoch so einmal im Jahr, aber ich weiß wie es ihm geht. Irgendwas ist da, dass uns verbindet. Etwas ganz besonderes.
Nach den Proben sind Pati und ich dann zu Pati nach Hause gefahren, auf dem Fahhrad natürlich, Führerschein hatten wir ja noch nicht. Pati fuhr und ich saß irgendwie auf dem Gepäckträger, ich glaub wir waren dem Tode nahe als wir über die Hauptstraße gerast sind, aber wen interessiert das schon.
Bei ihm angekommen (er wohnte damals nur wenige Meter hinter dem Hamann) tranken wir dann noch eine halbe Flasche Sangria die bei ihm auf dem Tisch stand. Die war aber wohl irgendwie schlecht, stand da schon ziemlich lange. Also sind wir in den Hamann getorkelt, wo Stephan und Arne schon am Tresen saßen. Jetzt weiß ich nur noch das ich die Tür geöffnet habe und nach vorne auf die Fliesen gekracht bin. War wohl doch ein bisschen viel Alkohol. Danach weiß ich nichts mehr.

Es war einfach einer dieser Abend, wie es viele gab im Hamann.

Er hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Im Guten wie im Schlechten.
Danke, Dieter.