Hallo, mein Name ist Patrick Queisler. Seit 2003 arbeite ich als Webdesigner in Bonn. Dies ist mein persönlicher Blog, meine Spielwiese. Willkommen!
Manchmal verstehe ich unsere Presse nicht. Ok, eigentlich darf man die “BILD” ja auch nicht zur Presse zählen. Wenn man dann aber mal sieht, wie viele Menschen täglich dieses Blatt lesen (trotz sinkender Auflage), dann kann man schon nachdenklich werden. Daher bin ich auch dem Bildblog so dankbar. Eigentlich sollt dieser mindestens einmal die Woche der “BILD” als gedrucktes Exemplar beiliegen.
Interessant ist dann, dass ich mehrmals täglich “Bild.de” ansurfe. Dass ich dort Artikel zu wichtigen Themen nicht lesen sollte ist mir dabei natürlich klar. Vielleicht brauche ich einfach meine tägliche Dosis Kopfschütteln. Ist ja auch egal.
Seit gut einer Woche findet sich auf “Bild.de” nun “die Erfolgsgeschichte” von “Deer Lucy”. Eine “BILD”-eigene Web-Serie. Gut, hat die BRAVO früher auch gemacht und macht sie vermutlich auch heute noch. Der Unterschied ist eben, wie man das Thema verkauft. Bei “BILD” war “Deer Lucy” so präsent wie Angelina Jolie bei der Geburt von Achtlingen (wenn es das gegeben hätte). Der große, kommende Star.
Und ich fragte mich nur: Wer zur Hölle soll das sein?
Ich weiß auch nicht warum mich das diesmal so stört. Ich bin ja selbst in der Werbebranche und hätte vermutlich noch viel mehr “Gas gegeben”. Auch die Schauspielerin kann ja nichts dafür. Aber es kotzt mich einfach so wahnsinnig an, von der Presse nur noch belogen und betrogen zu werden.
Es ist noch nicht so lange her, da ging es täglich um die Erderwärmung und die dramatischen Folgen für unseren Planeten. Und kaum fielen die Temperaturen unter 0°C, war von einer neuen Eiszeit die Rede. Diese ewigen Übertreibungen nerven einfach nur noch. Klar, es geht massiv um Auflage und Zuschauerzahlen. Aber doch nicht zu diesem Preis! Haben die Journalisten denn gar kein Gewissen mehr? Gibt es keinen, der seinen Job wirklich liebt und noch seine unabhängige Meinung sagen darf?
Das gleiche gilt für die Politik. Die Vertreter unseres Volkes, sogar von uns demokratisch gewählt, belügen uns tagtäglich und treffen Entscheidungen, die so weit von der Realität entfernt sind, dass man sie nur noch für Satire halten kann. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht in die Politik gehen sollte. Nicht, weil ich da so wahnsinnig scharf drauf wäre, sondern um denen einfach mal das Leben zu erklären. ICH! Ich, jemand, der davon vermutlich auch nicht besonders viel Ahnung hat. Aber ich kann noch klar denken.
Natürlich haben wir selbst die Wahl, wen wir wählen. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass es auch nur einen Kandidaten in Deutschland gibt, der nicht total verblendet ist. Und selbst wenn, er würde vermutlich einfach im System stecken bleiben. Nach der Wahl ist vor der Wahl, nur der Wahlkampf zählt, da bleibt keine Zeit fürs Volk. Da möchte man doch einfach kotzen. Aber selbst dafür muss man vermutlich einen Antrag stellen.
Ich fühle mich von Presse und Politik einfach nur belogen, betrogen, für dumm gehalten und unfair behandelt. Und damit bin ich sicher nicht alleine.
Boff
10. Februar 2009 um 13:36
“Manchmal frage ich mich, ob ich nicht in die Politik gehen sollte. Nicht, weil ich da so wahnsinnig scharf drauf wäre, sondern um denen einfach mal das Leben zu erklären.”
Das habe ich mir auch schon mal überlegt. Was wäre wohl, wenn man eine Partei für die Menschen gründen würde? Eine Partei, die nichts übertreibt, immer realistisch bleibt und das volle Ausmaß der eigenen Handlung beachtet. Dazu muss man ja auch nicht überdurchschnittlich schlau sein, es reicht vollkommen, wenn man sein Gehirn nicht abstellt und nicht auf den eigenen Verstand scheißt – sofern man einen hat.
Pat
10. Februar 2009 um 13:48
Ich glaube das Problem liegt auch darin, dass sich niemand traut, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Sich z.B. gegen die Autolobby in Deutschland zu stellen kann politischt tödlich enden. Aber da liegt eben das Problem.
Wir stecken so tief im Dreck, dass unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen. Unpopulär für das “einfach Volk”, aber eben auch für die Industrie. Es muss einfach wieder fair zugehen in diesem Land.
So ist z.B. die “Abwrackprämie” (Umweltprämie) ja erstmal eine gute Idee. Sieht so einfach aus – Menschen kaufen neue Autos und werden die alten los, Industrie glücklich, Umwelt glücklich. Nur wie viel CO2 alleine die Produktion eines Neuwagens produziert, da denkt irgendwie keiner dran. Dann müsste man ja auch rechnen, wie viele Jahrzehnte so ein altes Auto noch fahren dürfte, wenn man einfach einen Neuwagen weniger baut.
Oder Umweltzonen – da gibt es ja mehr Ausnahmeregeln als Parkverbotsschilder in der Kölner Innenstadt.
Oder die Besteuerung von Autos nach CO2 Ausstoß. Warum genau ist jetzt ein Oldtimer, der im Jahr vielleicht 1000km gefahren wird, “schmutziger” als ein dicker Mercedes, der 25.000km im Jahr gefahren wird? Da fehlt einfach die Relation… wie bei so vielen Dingen.
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, durch jeden Bereich des Lebens. Schluss mit den bescheuerten Kompromissen, die letztendlich NICHTS bringen.
Goga
11. Februar 2009 um 17:38
Von der Presse bekommen wir, was der Großteil der Menschen will – Schlagzeilen. Irgendein Skandal oder irgendetwas anderes über das sich jeder aufregen kann und alle sind glücklich. Der Absatz/die Einschaltquoten stimmen, egal wie übertrieben die Story ist.
Warum sollte also was geändert werden? So ist die Menschheit nunmal und sie wird sich auch nicht ändern. Ich bin mal so ehrlich und nimm mich da nicht aus. Gerade wenn man selbst mal wieder groß im Stress ist oder massig Probleme hat, ist sowas nicht schlecht…
Die Politik ist auch so ein tolles Thema. Ich persönlich würde mich um kein Geld der Welt (oder vielleicht doch, sag niemals nie) in die Reihen dieser Leute begeben. Als Politiker kannst du es nämlich niemandem recht machen, denn irgendwo gibts immer nen Punkt, der ganz einfach fürn Arsch ist.
Vielleicht sollten wir uns erstmal an die eigene Nase packen, bevor wir eine “bessere” Welt fordern. Irgendwo müssten wir uns nämlich auch einschränken und unsere Lebensweise verändern. Wer will das schon?
Warum nicht also so weiterleben? Das böse Erwachen kommt so oder so, egal ob wir es jetzt noch hinauszögern oder nicht. Ich persönlich habe nichts dagegen – der Großteil meiner Mitmenschen bestimmt auch. Wir sind doch im Grunde alle Egoisten, auch wenn es nicht jeder raushängen lässt.
Danke für die Aufmerksamkeit. Ich werde dann mal weiter versuchen meine Ziele zu verwirklichen. Eins davon ist, dass ich diese erreiche ohne mich selbst zu belügen…
Boff
12. Februar 2009 um 14:06
Hagen Rether – Ablenkung in der Öffentlichkeit
@Goga: Die Frage ist nur, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Egoismus für sie im Moment zwar die beste Lösung darstellt, im Endeffekt aber absoluter Unfug ist. Das ist sicher sehr schwer, aber sicher nicht unmöglich.
Ich kann von mir auch nicht behaupten, dass ich dem Konsum fern bleibe und so zum Beispiel für eine saubere Umwelt sorge, aber das ist in meinen Augen auch gar nicht das große Problem. Nein, das Problem ist doch, dass genau solche “Probleme” uns ablenken.
Ein aktuelles Beispiel: Die Finanzkrise. Alle sind sauer auf die schweinischen Manager. Die Kerle werden verflucht und an den Pranger gestellt. Was nicht passiert: Schritte, die dem ganzen wirklich entgegen wirken. Die Löcher in den Banken werden mit Milliarden gestopft, weil überall erklärt wird, dass sonst alles zusammenbricht. Ich frage mich: wieso? Und wenn so ein Mist zusammenbricht, ist das dann nicht besser? Anstrengender gewiss, und unangenehmer für einen jeden von uns, aber besser.
Goga
12. Februar 2009 um 22:15
Von diesem Hagen Rether muss ich mir mal mehr anschaun. Das Video hinter deinem Link hat mir aber mal sehr gut gefallen…
Den Menschen vollständig von seinem Egoismus abzubringen ist unmöglich. Wir sind in unseren Augen zwar zivilisiert, aber trotzdem noch eine Art Tier. Auch wenn uns einiges von den anderen Bewohnern dieser Erde unterscheidet besitzen auch wir immer noch “Instinkte”, die für sie typisch sind. Der Egoismus kommt nicht von irgendwo. Im Endeffekt wollen wir ja auch nur das Beste FÜR UNS und das am besten auch noch auf dem leichtesten Weg. Da ist kein Platz mehr für anderes.
Klar, wir könnten jetzt auch ein System zusammenbrechen lassen, das vielleicht nicht ganz so toll ist. Doch auch hier müsste man der Menschheit klar machen, dass es auch einen besseren Weg gibt. Diesen Weg können wir mit der heutigen Gesellschaft aber nicht mehr einschlagen, so schade es auch ist. Gerade wenn man für neue Dinge keine Erfolgsgarantie geben kann, haben diese so gut wie keine Chance.