Hallo, mein Name ist Patrick Queisler. Seit 2003 arbeite ich als Webdesigner in Bonn. Dies ist mein persönlicher Blog, meine Spielwiese. Willkommen!
Liebe Nichtwähler,
ich schreibe diesen Beitrag, weil ihr die stärkste politische Kraft in diesem Land seid. Bei der Europawahl habt ihr mit 46,7% alle Parteien weit hinter euch gelassen. Bei der kommenden Bundestagswahl werdet ihr voraussichtlich zum ersten Mal stärker als CDU und SPD sein. Herzlichen Glückwunsch!
Ich kann es sehr gut verstehen, dass ihr nicht zur Wahl geht. Ich habe von der Politik in diesem Land auch die Nase voll. Alle vier Jahre dürfen wir Bürger unser Kreuzchen für Kandidaten und Landeslisten machen, die von Parteifunktionären in Hinterzimmern aufgestellt werden. Dafür wird uns vor der Wahl in professionell gestalteten Werbekampagnen das Blaue vom Himmel versprochen. Nach der Wahl werden diese leeren Versprechen dann eiskalt wieder einkassiert. Die Sachzwänge sind dann schuld, oder die leeren Kassen.
Zwischen den Wahlen haben wir Bürger ruhig zu sein. Die Politiker wollen bei ihrer wichtigen Arbeit nicht gestört werden. Sie bekommen schließlich von den Lobbyverbänden eine Menge Geld dafür, deren Entwürfe zu Gesetzen zu machen. Von den knappen Diäten kann man ja kaum leben, und es ist auch viel bequemer, die Vorlagen der Lobbyisten zu verwenden, als selbst nachdenken zu müssen.
Kein Wunder, dass dabei oft Gesetze herauskommen, die nichts als Schaden anrichten. Nach dem elften September 2001 wurden zum Beispiel viele Gesetze beschlossen, die uns angeblich vor dem Terrorismus schützen sollen. In Wirklichkeit beschneiden sie unsere bürgerlichen Freiheitsrechte immer mehr. Unsere Daten werden gespeichert, unsere E-Mails gelesen, unsere Computer heimlich durchsucht. Die Politiker behaupten, sie hätten nicht die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten. Dennoch bauen sie so fleißig daran, dass George Orwell seine Freude hätte.
Liebe Nichtwähler, ich respektiere es, wenn ihr diesmal wieder nicht zur Wahl geht. Aber wisst ihr eigentlich, dass jede Nichtwählerstimme vor allem den großen Parteien zugute kommt? Wer nicht wählen geht, stärkt die große Koalition. Wollt ihr das wirklich? Die gute Nachricht: Es gibt bei dieser Wahl ein echte Alternative für Nichtwähler – die Piraten. Wenn ihr eure Stimme nicht an die Altparteien verschenken wollt und ein deutliches Zeichen setzen möchtet, dass sich in diesem Land etwas grundlegend ändern muss, solltet ihr am 27. September Piratenpartei wählen. Ich und die Piraten versprechen euch, dass wir nie etwas versprechen werden, das wir nicht halten können.
Unser Programm ist absichtlich so schlank gehalten, so dass ihr genau wisst, wofür wir stehen:
Für diese Ziele werden wir kämpfen. Einen Gemischtwarenladen aus leeren Versprechungen wie die Altparteien bieten wir bewusst nicht an.
Dienstwagen und Pensionen aus der Staatskasse interessieren uns nicht. Wir können unser Geld woanders besser verdienen. Wir gehen nur deswegen in die Politik, weil wir es uns nicht mehr leisten können, sie Menschen zu überlassen, die außer Parteipolitik nichts gelernt haben. Die Lobbyisten werden natürlich versuchen, uns genauso zu bearbeiten wie die Altparteien. Doch wir sind Piraten – wir sind unbestechlich. Liebe Nichtwähler, ihr habt es in der Hand, etwas in der deutschen Geschichte noch nie Dagewesenes zu schaffen. Wenn ihr bei dieser Wahl ausnahmsweise nicht zu Hause bleibt, sondern die Piratenpartei wählt, wird ein Ruck durch dieses Land gehen. Wir stehen bei euch im Wort. Wenn wir uns korrumpieren lassen sollten wie die Altparteien, dürft ihr uns abwählen und beim nächsten Mal wieder zu Hause bleiben. Gebt uns dieses Mal eure Stimme und wir werden euch nicht enttäuschen! Wir sehen uns am 27. September in der Wahlkabine!
Eure Piraten
Moritz
17. September 2009 um 16:13
http://www.fixmbr.de/wie-hart-steuerbord-segeln-die-piraten/
Schon gelesen? Mir werden immer mehr Piraten (als Einzelperson) richtig unsympathisch, auch wenn ich die Ziele der Partei weiterhin schätze. Dass die Partei sich auf ihrem ‘weder links, noch rechts’-Kurs aber strikt weigert, effizient gegen solche Personen vorzugehen, die frei nach dem Motto “Freiheit ja, aber nur für uns” vorzugehen scheinen, macht auf mich doch den Eindruck, als würden sie in Sachen Vertuschung schon ganz gut mit den großen Parteien mithalten könnten.
Was Nichtwähler übrigens auch tun können: ungültig wählen. Damit verteilen sie die gültigen Stimmen stärker auf die anderen Parteien, worunter vor allem SPD und CDU/CSU zu leiden haben.
Pat
18. September 2009 um 09:25
Es geht um das Interview von Popp? Also bitte, selbst WENN diese Zeitung rechts sein sollte – und die meisten halten sie eher für konservativ – was hat Popp denn in dem Interview gesagt? Dass er absolut gegen rechts ist. Das muss man einer rechten Zeitung erstmal sagen ;-)
Also, ich fand den Inhalt des Interviews ok, und ich finde es auch ok, mit Radikalen aus beiden Richtungen zu reden. Warum sollte man das denn nicht? Ignorieren und wegschauen kann ja irgendwie auch nicht die Lösung sein.
Ich kannte auch schon Menschen, die ziemlich rechts waren. Aber ich hab mit denen gesprochen, und sie haben verstanden. Das ist doch super.
Der einzige Grund, warum diese Geschichte jetzt – mal wieder – hochkocht ist, dass eine Politikerin der Grünen zuuuuufällig auch für die TAZ schreibt und da einen “Artikel” geschrieben hat. Deswegen in Anführungszeichen, weil schon die Kommentare auf der taz-Website verdeutlichen, was deren eigene Leser davon halten. Nämlich garnichts.
Die Piraten sind von der Politik der Grünen jetzt nicht so wahnsinnig weit weg, das ist kein Geheimnis. Und die Grünen haben – genau wie die FDP – entsprechend Angst, Wähler an die Piraten zu verlieren. Da muss man sich halt zu helfen wissen.
Was ich dann im Nachhinein wirklich schade fand ist das Schwanzeinziehen von Popp. Er hätte einfach dazu stehen sollen.
Die Piraten sind eine Partei voller unerfahrenen, aber lernfähigen, jungen Menschen. Und mal ehrlich: Das wird nicht das letzte Fettnäpfchen gewesen sein. Reflektieren, Mund abputzen, weiter machen. Und genau das ist die Einstellung von allen Piraten, die ich bisher kenne.