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	<title>SoSuechtig.de &#187; Der Karpfen</title>
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	<description>Hallo, mein Name ist Patrick Queisler. Seit 2003 arbeite ich als Webdesigner in Bonn. Dies ist mein persönlicher Blog, meine Spielwiese. Willkommen!</description>
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		<title>Die Geschichte vom Karpfen, der auszog ein Drache zu werden – Kapitel 3/3</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 12:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Karpfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Sonnenstrahl folgend, schwamm der kleine Karpfen immer weiter und weiter. Da, wo dieser Sonnenstrahl herkam, musste mehr sein. Mehr Licht. Mehr Erleuchtung.
Schlie&#223;lich kam er in einen ihm v&#246;llig unbekannten Teil des Flusses. Weder kannte er diese neue Umgebung, noch einen der anderen Fische. Und doch f&#252;hlte er sich noch nie so frei. So erleichtert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Sonnenstrahl folgend, schwamm der kleine Karpfen immer weiter und weiter. Da, wo dieser Sonnenstrahl herkam, musste mehr sein. Mehr Licht. Mehr Erleuchtung.</p>
<p>Schlie&#223;lich kam er in einen ihm v&#246;llig unbekannten Teil des Flusses. Weder kannte er diese neue Umgebung, noch einen der anderen Fische. Und doch f&#252;hlte er sich noch nie so frei. So erleichtert, alles hinter sich gelassen zu haben. Zeit f&#252;r einen Neuanfang.</p>
<p>Er lernte neue Kulturen kennen. Schon fr&#252;her hatte er sich f&#252;r asiatische Kulturen interessiert, waren sie doch irgendwie mysteri&#246;s und gleichzeitig so klar. Er erfuhr, dass ein Karpfen in Japan „Koi“ genannt wird und etwas ganz besonderes ist. War er etwas Besonderes?</p>
<p>Ein Koi symbolisiert im japanischen St&#228;rke, da er der einzige Fisch ist, der den „Gelben Fluss“ bergauf bezwingen kann. Durch Stromschnellen und Wasserf&#228;lle. Man sagt, am Ziel angekommen, verwandelt sich der Koi in einen Drachen. Eine Kreatur aus den Elementen Feuer und Wasser &#8211; eine Kreatur des Yin-Yang.</p>
<p>Ja, das wollte er auch. Er wollte beweisen, dass er stark ist. Auch denen, die nicht an ihn geglaubt haben – aber vor allem sich selbst.</p>
<p>Die Sonnenstrahlen erleuchteten das Wasser. Es erschien pl&#246;tzlich nicht mehr blau, sondern tats&#228;chlich gelb. War er etwa schon im gelben Fluss? Er wusste es nicht. Wie auch? Vielleicht wird er es auch nie erfahren. Aber er musste es herausfinden. Er hatte eine Chance bekommen, und die wollte er nutzen.</p>
<p>An dieser Stelle endet die Vergangenheit.</p>
<p>Heute, einige Jahre sp&#228;ter, k&#228;mpft unser Koi immer noch mit aller Kraft gegen die Wasserf&#228;lle an. Ob es wirklich der „Gelbe Fluss“ ist, in dem er schwimmt, wei&#223; er bis heute nicht. Aber er glaubt daran. Und auch wenn der Weg unglaublich anstrengend ist und alles von ihm abverlangt – er wird k&#228;mpfen. Jeden einzelnen Tag.</p>
<p>„Nur wer wei&#223;, wo er herkommt, wird sehen k&#246;nnen, welchen Weg er gegangen ist.“</p>
<p>Diesen Satz hat er sich immer gemerkt. Er will die Vergangenheit nicht verdr&#228;ngen, sondern sie als Teil von sich akzeptieren. Sowohl das Gute, die Liebe – als auch das B&#246;se, der D&#228;mon – sind ein wichtiger Teil von ihm und werden es immer bleiben. Damit er dies niemals vergessen kann, tr&#228;gt er eine Markierung auf dem R&#252;cken, die ihn auch in den dunkelsten Stunden daran erinnern wird.</p>
<p>Und auch wenn die Flamme in seinem Herzen fast erloschen war, brennt sie heute vielleicht heller als je zuvor – „The flame still burns“.</p>
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		<title>Die Geschichte vom Karpfen, der auszog ein Drache zu werden – Kapitel 2/3</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 11:47:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Karpfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Momente im Leben eines kleinen Fisches, in denen sich ein kleiner Fluss anf&#252;hlt wie ein Ozean. Ein gro&#223;er, schwarzer Ozean voller Ger&#252;chte und Hinterh&#228;ltigkeit.
Unser kleiner Fisch wusste, dass sein kleiner Fluss, sein zu Hause, nicht mehr sein zu Hause war. Er war in einer fremden Welt, in der er nicht sein wollte. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Momente im Leben eines kleinen Fisches, in denen sich ein kleiner Fluss anf&#252;hlt wie ein Ozean. Ein gro&#223;er, schwarzer Ozean voller Ger&#252;chte und Hinterh&#228;ltigkeit.</p>
<p>Unser kleiner Fisch wusste, dass sein kleiner Fluss, sein zu Hause, nicht mehr sein zu Hause war. Er war in einer fremden Welt, in der er nicht sein wollte. Und er war ganz allein. Erschrocken von der Gewalt, der Ignoranz und der Gleichg&#252;ltigkeit der Anderen zog er sich zur&#252;ck. Zur&#252;ck in sich, an einen Ort, den ihm niemand nehmen konnte.</p>
<p>Doch je weiter er sich zur&#252;ck zog, desto einsamer wurde er. Er war nicht alleine, aber einsam. Tief in seiner Seele f&#252;hlte er eine gro&#223;e Leere. Er hatte viel gelernt &#252;ber Fische, denen es &#228;hnlich ging. Fische die er nicht kannte, die aber &#228;hnliche Erfahrungen gemacht hatten. Und er wusste, dass diese Leere ihn irgendwann zerst&#246;ren w&#252;rde. Er musste etwas &#228;ndern. So nahm er sich vor, jeden Tag mit einem L&#228;cheln zu beginnen und zu anderen freundlich zu sein – eben genau so, wie er auch behandelt werden wollte. Aber er sp&#252;rte es in seiner Brust. Die aufgesetzte Freundlichkeit funktionierte nach au&#223;en, aber nicht nach innen. Er sp&#252;rte den Schmerz in seiner Brust, zuerst nur ein leichtes Stechen dann und wann.</p>
<p>Aber der Schmerz wurde st&#228;rker. Jeden Tag, den er mit einem L&#228;cheln begann. Es dauerte nicht lange, und der Schmerz schien ihn von innen zu zerrei&#223;en. Wie ein b&#246;ser D&#228;mon, der aus seinem K&#246;rper brechen wollte. Er k&#228;mpfte, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute.</p>
<p>Dieser Kampf war so erm&#252;dend, dass er sein ganzes Leben bestimmte. Im Lehrbecken konnte er nicht mehr mit den anderen Fischen mithalten. Aber was n&#252;tzt ihm auch alles Wissen der Welt, wenn er gegen den Wahnsinn k&#228;mpfte. Es war nicht so, dass er mit der Welt klarkommen musste. Er musste mit sich selbst klarkommen.</p>
<p>Das Stechen in seiner Brust war inzwischen zu einem andauernden Schmerz geworden, wie ein chronischer Schnupfen, den man nicht bek&#228;mpfen kann. Und es wurde jeden Tag schlimmer. Wochen und Monate vergingen in diesem einsamen Kampf, bis er schlie&#223;lich das Gef&#252;hl hatte, Glassplitter w&#252;rden durch seine Adern flie&#223;en.</p>
<p>Mitten in einer gro&#223;en Menge an Fischen sank er auf den Grund, brach in Tr&#228;nen aus und schrie vor Schmerz. So laut er konnte. Am liebsten h&#228;tte er sein Leben in diesem Moment beendet. Er h&#228;tte alles gegeben um den Schmerz abklingen zu lassen. Doch der D&#228;mon h&#246;rte nicht auf ihn. Und auch sein Schreien konnte niemand h&#246;ren – stand er doch immer noch l&#228;chelnd in der Menschenmenge. Die Welt in seinem Inneren hatte nichts mehr mit dem zu tun, was er nach au&#223;en zeigte.</p>
<p>In diesem Moment war unser kleiner Fisch verloren. Sein Kopf wollte weiterk&#228;mpfen, schwor sich, nicht aufzugeben. Er wollte nicht einer von den Fischen sein, die dem Wahnsinn und der Verzweiflung zum Opfer fallen. Nicht er. Aber sein Herz und seine Seele hatten dem Kampf schon lange aufgegeben.<br />
Und an dem Tag, an dem der Schmerz seinen H&#246;hepunkt erreichte und der D&#228;mon aus seiner Brust brach, da wurde es pl&#246;tzlich still. Und der Schmerz verschwand. Von einer Minute auf die andere schien es vorbei zu sein. Doch irgendetwas war nun anders.</p>
<p>Er sp&#252;rte zwar keinen Schmerz mehr, aber er sp&#252;rte auch sonst nichts mehr. Alles war taub. Sein K&#246;rper, seine Seele. Nichts. Nur Leere. Er musste lachen.</p>
<p>Das Wasser verlor seine Farbe, die Welt um ihn war grau. Die Sonne schien, doch nicht f&#252;r ihn. Er wusste nicht mehr, ob er noch lebte oder durch den Tod erl&#246;st wurde. Alles um ihn herum war genau wie vorher, aber das Leben schien unendlich langsam an ihm vorbei zu ziehen. Jede Minute schien wie Stunden.</p>
<p>Er schwamm vor einen Stein, so schnell er konnte. Er wollte den Schmerz f&#252;hlen, um zu wissen, dass er noch lebt. Wieder und wieder. Doch er sp&#252;rte einfach nichts.</p>
<p>W&#228;hrend die Zeit verging, versuchte er seine Situation zu analysieren. Wie er da rein geraten war, warum er. Das Lehrbecken war unwichtig geworden, ebenso wie alles andere. Er musste etwas &#228;ndern. Er &#252;berlegte lange, wie er sein Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken sollte. Er wollte es richtig machen, denn es war seine einzige Chance.</p>
<p>Und in diesem Moment traf ein Sonnenstrahl auf ihn und erleuchtete sein Herz.</p>
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		<title>Die Geschichte vom Karpfen, der auszog ein Drache zu werden – Kapitel 1/3</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 16:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Karpfen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist noch nicht all zu lange her, dass ein Karpfen das Licht der Welt erblickte. Er war weder ein besonders h&#252;bscher, noch ein besonders h&#228;sslicher Karpfen. Durchschnitt eben. Von Beginn an war er sch&#252;chtern und unsicher, nicht wissend, dass das Ablegen dieser Eigenschaften der erste Wendepunkt seines Lebens sein w&#252;rde.
Der Weg dorthin war jedoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist noch nicht all zu lange her, dass ein Karpfen das Licht der Welt erblickte. Er war weder ein besonders h&#252;bscher, noch ein besonders h&#228;sslicher Karpfen. Durchschnitt eben. Von Beginn an war er sch&#252;chtern und unsicher, nicht wissend, dass das Ablegen dieser Eigenschaften der erste Wendepunkt seines Lebens sein w&#252;rde.</p>
<p>Der Weg dorthin war jedoch lang. Schon als ganz junger Karpfen tobte er nicht gerne mit den anderen Jungfischen herum. Er versuchte es immer wieder, aber er hat einfach nie Anschluss gefunden. W&#228;hrend sich die anderen Karpfen in kleinen Freundeskreisen gruppierten, f&#252;hlte er sich nie einer Gruppe zugeh&#246;rig. Er wollte auch nicht, und die anderen vermutlich auch nicht.</p>
<p>Es war nicht so, dass er sich ausgrenzen wollte oder die anderen Fische nicht mochte – es war einfach so. Nicht schlechter oder besser als die anderen, nur eben anders.</p>
<p>Schon fr&#252;h verlie&#223; der Vater die Familie, was ihn allerdings nie so richtig st&#246;rte. Die Phase der Traurigkeit war schnell vorbei. Vielleicht zu schnell. Der kleine Fluss, in dem er aufwuchs, spendeten Trost und Frieden.</p>
<p>Er hatte ein, zwei Freunde, mit denen er gerne etwas unternahm und viel Zeit verbrachte – denn Zeit gab es viel in dem kleinen Fluss. In einem Seitenarm des kleinen Flusses lebten keine Fische, daf&#252;r um so mehr Natur. Schilf wuchs wild Richtung Himmel. An diesem Ort hielt er sich gerne auf. Eine Mischung aus Himmel und H&#246;lle. Einerseits die Stille, andererseits die unber&#252;hrte, teils unwirkliche Gegend. An diesem Ort konnte er sich seinen &#196;ngsten stellen und viel &#252;ber sich selbst lernen.</p>
<p>Viele Dinge verstand er noch nicht, vielleicht wurde er auch deshalb oft von schlimmen, immer wiederkehrenden Tr&#228;umen verfolgt. Alle Tr&#228;ume hatten eines gemeinsam: sie zeigten dem jungen Karpfen seine &#196;ngste auf. Oft musste er tagelang dar&#252;ber nachdenken, warum ausgerechnet er solche Tr&#228;ume haben m&#252;sste. Wer machte diese Tr&#228;ume?</p>
<p>Die Antwort war eigentlich einfach. Die anderen Fische erz&#228;hlten ihm von dem gro&#223;en, g&#252;tigen Fisch, der auch den Fluss erschaffen hat. Das Schilf, die Steine. Ein m&#228;chtiger Fisch, der auf alle anderen Fische aufpasse.</p>
<p>Doch wie konnte dieser gro&#223;e Fisch g&#252;tig sein, wenn er diese Tr&#228;ume hatte? Was hatte er denn falsch gemacht? Er zweifelte an sich selbst.</p>
<p>Aber das Leben in dem kleinen Fluss folgte einem festen Schema, dem sich jeder Fisch zu beugen hatte. Zusammen mit anderen Fischen kam er ins Lehrbecken, um sp&#228;ter ein respektierter Karpfen in der Gesellschaft zu werden. Das Lernen machte ihm viel Spa&#223; und so verging Jahr um Jahr. Er kam jeden Tag ein bisschen besser zurecht in dieser Welt unter Wasser, machte sich mit ihren Eigenheiten vertraut – und war doch immer noch ein Einzelg&#228;nger, dem viele Eigenarten seiner Altersgenossen fremd vorkamen.</p>
<p>Mit der Zeit wurden die anderen Karpfen im Lehrteich aggressiver, man musste sein Revier abstecken. Und hier beginnt der eigentliche Teil der Geschichte: In einem so kleinen Fluss war nicht viel Platz, um sich zur&#252;ckzuziehen. Der Fluss schien f&#252;r alle so friedlich, doch es ging um Fressen oder gefressen werden – ohne R&#252;ckzugsm&#246;glichkeiten.</p>
<p>Er wollte einfach nur erwachsen werden und die Welt verstehen. Doch er steckte mitten in einem kleinen Krieg – nicht mit Waffen, sondern mit Worten und Gef&#252;hlen. Er wollte keinen Krieg, er wollte Frieden. Doch der t&#228;gliche Kampf war anstrengend, er machte ihn m&#252;de, traurig und w&#252;tend. Er sp&#252;rte es kommen. Die gro&#223;e Dunkelheit.</p>
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