Hallo, mein Name ist Patrick Queisler. Seit 2003 arbeite ich als Webdesigner in Bonn. Dies ist mein persönlicher Blog, meine Spielwiese. Willkommen!
Heute war für mich ein ziemlich ungewöhnlicher Tag, weil er irgendwie nichts mit sonstigen Sonntagen zu tun hatte. Normalerweise bin ich froh, am Wochenende ausspannen zu können. Heute allerdings habe ich den Stress der Woche auf andere Weise verdrängt.
Entspannt bis 10 Uhr geschlafen, habe ich mir direkt die neuen Laufschuhe angezogen und bin joggen gegangen. Ja, ich – joggen! Sport ist ja so allgemein nicht mein Ding, und mit meinen Knieproblemen ist joggen sicherlich auch nicht die beste Sportart für mich. Aber es musste sein. Den inneren Schweinehund besiegen – die blöde Sau.
Um mich selbst ein bisschen zu motivieren, habe ich mir ein “Nike Sportband” gegönnt. Quasi eine kleine Uhr am Handgelenk, die zusammen mit einem Sender im Schuh die gelaufene Strecke und sowas aufzeichnet. Nur dummerweise muss man das Ding erstmal kalibirieren, ich hatte eigentlich gehofft, dass es auch so klappt. Kaum wieder zuhause – das Laufen war natürlich die Hölle auf Erden für mich – habe ich diese tolle “Uhr” mit dem Internet abgeglichen. Die Uhr ist nämlich eigentlich ein USB-Stick, und man kann dann online schauen, welche Strecke man in welcher Geschwindigkeit gelaufen ist und wie viel Kalorien man verbraucht hat. Motivationshilfe halt. Nur dummerweise sagte mir die Internetseite dann, dass ich NEUN METER gelaufen wäre. Ääääh, ok, soviel zur Motivation. Ich war total platt – von NEUN METERN? Ich hab dann mal online nachgemessen. Puh, waren doch 4,5 Kilometer. Dann ist ja alles in Ordnung :-)
Nach einer kalten Dusche und 30 Minuten auf dem Bett ging es dann erstmal ans frühstücken. Und direkt danach auf nach Köln. Die erste Probe mit “meiner” Band RIOTS seit… äääh… 6 Jahren glaube ich. Und ich muss sagen: Wir rocken immer noch. Bei manchen Songs mussten wir dann nochmal genau hören, wie wir was zu spielen hatten – aber cool war es. Richtig cool! Und laut.
Nur die Pizza danach, die hätten wir uns schenken können. Wer “Pizza Pronto” aus Kierspe kennt, kann sich vielleicht vorstellen, wie ölig eine Pizza sein kann. Steine im Magen sind nichts dagegen.
Jetzt bin ich zu Hause, total platt, fertig und müde. Aber irgendwie glücklich.
Kennt jemand das Gefühl, das sich die Welt irgendwie schneller dreht, als man vertragen kann? Wenn eigentlich alles gut läuft, aber man trotzdem unzufrieden ist? Wenn man im einen Moment unheimlich glücklich ist, im anderen aber einfach nur wütend?
Ist das die Sehnsucht nach Veränderung? Narben der Vergangenheit? Die Ungewissheit der Zukunft? Oder brauche ich nur Urlaub?
Schon seit Monaten brodelt irgendwas in mir, ich weiß nur einfach nicht, was es ist. In 2 Wochen ist erstmal Urlaub angesagt, vielleicht kann ich dann wieder etwas klarer denken.
Dem Sonnenstrahl folgend, schwamm der kleine Karpfen immer weiter und weiter. Da, wo dieser Sonnenstrahl herkam, musste mehr sein. Mehr Licht. Mehr Erleuchtung.
Schließlich kam er in einen ihm völlig unbekannten Teil des Flusses. Weder kannte er diese neue Umgebung, noch einen der anderen Fische. Und doch fühlte er sich noch nie so frei. So erleichtert, alles hinter sich gelassen zu haben. Zeit für einen Neuanfang.
Er lernte neue Kulturen kennen. Schon früher hatte er sich für asiatische Kulturen interessiert, waren sie doch irgendwie mysteriös und gleichzeitig so klar. Er erfuhr, dass ein Karpfen in Japan âKoiâ genannt wird und etwas ganz besonderes ist. War er etwas Besonderes?
Ein Koi symbolisiert im japanischen Stärke, da er der einzige Fisch ist, der den âGelben Flussâ bergauf bezwingen kann. Durch Stromschnellen und Wasserfälle. Man sagt, am Ziel angekommen, verwandelt sich der Koi in einen Drachen. Eine Kreatur aus den Elementen Feuer und Wasser – eine Kreatur des Yin-Yang.
Ja, das wollte er auch. Er wollte beweisen, dass er stark ist. Auch denen, die nicht an ihn geglaubt haben â aber vor allem sich selbst.
Die Sonnenstrahlen erleuchteten das Wasser. Es erschien plötzlich nicht mehr blau, sondern tatsächlich gelb. War er etwa schon im gelben Fluss? Er wusste es nicht. Wie auch? Vielleicht wird er es auch nie erfahren. Aber er musste es herausfinden. Er hatte eine Chance bekommen, und die wollte er nutzen.
An dieser Stelle endet die Vergangenheit.
Heute, einige Jahre später, kämpft unser Koi immer noch mit aller Kraft gegen die Wasserfälle an. Ob es wirklich der âGelbe Flussâ ist, in dem er schwimmt, weiß er bis heute nicht. Aber er glaubt daran. Und auch wenn der Weg unglaublich anstrengend ist und alles von ihm abverlangt â er wird kämpfen. Jeden einzelnen Tag.
âNur wer weiß, wo er herkommt, wird sehen können, welchen Weg er gegangen ist.â
Diesen Satz hat er sich immer gemerkt. Er will die Vergangenheit nicht verdrängen, sondern sie als Teil von sich akzeptieren. Sowohl das Gute, die Liebe â als auch das Böse, der Dämon â sind ein wichtiger Teil von ihm und werden es immer bleiben. Damit er dies niemals vergessen kann, trägt er eine Markierung auf dem Rücken, die ihn auch in den dunkelsten Stunden daran erinnern wird.
Und auch wenn die Flamme in seinem Herzen fast erloschen war, brennt sie heute vielleicht heller als je zuvor â âThe flame still burnsâ.
Es gibt Momente im Leben eines kleinen Fisches, in denen sich ein kleiner Fluss anfühlt wie ein Ozean. Ein großer, schwarzer Ozean voller Gerüchte und Hinterhältigkeit.
Unser kleiner Fisch wusste, dass sein kleiner Fluss, sein zu Hause, nicht mehr sein zu Hause war. Er war in einer fremden Welt, in der er nicht sein wollte. Und er war ganz allein. Erschrocken von der Gewalt, der Ignoranz und der Gleichgültigkeit der Anderen zog er sich zurück. Zurück in sich, an einen Ort, den ihm niemand nehmen konnte.
Doch je weiter er sich zurück zog, desto einsamer wurde er. Er war nicht alleine, aber einsam. Tief in seiner Seele fühlte er eine große Leere. Er hatte viel gelernt über Fische, denen es ähnlich ging. Fische die er nicht kannte, die aber ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Und er wusste, dass diese Leere ihn irgendwann zerstören würde. Er musste etwas ändern. So nahm er sich vor, jeden Tag mit einem Lächeln zu beginnen und zu anderen freundlich zu sein â eben genau so, wie er auch behandelt werden wollte. Aber er spürte es in seiner Brust. Die aufgesetzte Freundlichkeit funktionierte nach außen, aber nicht nach innen. Er spürte den Schmerz in seiner Brust, zuerst nur ein leichtes Stechen dann und wann.
Aber der Schmerz wurde stärker. Jeden Tag, den er mit einem Lächeln begann. Es dauerte nicht lange, und der Schmerz schien ihn von innen zu zerreißen. Wie ein böser Dämon, der aus seinem Körper brechen wollte. Er kämpfte, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute.
Dieser Kampf war so ermüdend, dass er sein ganzes Leben bestimmte. Im Lehrbecken konnte er nicht mehr mit den anderen Fischen mithalten. Aber was nützt ihm auch alles Wissen der Welt, wenn er gegen den Wahnsinn kämpfte. Es war nicht so, dass er mit der Welt klarkommen musste. Er musste mit sich selbst klarkommen.
Das Stechen in seiner Brust war inzwischen zu einem andauernden Schmerz geworden, wie ein chronischer Schnupfen, den man nicht bekämpfen kann. Und es wurde jeden Tag schlimmer. Wochen und Monate vergingen in diesem einsamen Kampf, bis er schließlich das Gefühl hatte, Glassplitter würden durch seine Adern fließen.
Mitten in einer großen Menge an Fischen sank er auf den Grund, brach in Tränen aus und schrie vor Schmerz. So laut er konnte. Am liebsten hätte er sein Leben in diesem Moment beendet. Er hätte alles gegeben um den Schmerz abklingen zu lassen. Doch der Dämon hörte nicht auf ihn. Und auch sein Schreien konnte niemand hören â stand er doch immer noch lächelnd in der Menschenmenge. Die Welt in seinem Inneren hatte nichts mehr mit dem zu tun, was er nach außen zeigte.
In diesem Moment war unser kleiner Fisch verloren. Sein Kopf wollte weiterkämpfen, schwor sich, nicht aufzugeben. Er wollte nicht einer von den Fischen sein, die dem Wahnsinn und der Verzweiflung zum Opfer fallen. Nicht er. Aber sein Herz und seine Seele hatten dem Kampf schon lange aufgegeben.
Und an dem Tag, an dem der Schmerz seinen Höhepunkt erreichte und der Dämon aus seiner Brust brach, da wurde es plötzlich still. Und der Schmerz verschwand. Von einer Minute auf die andere schien es vorbei zu sein. Doch irgendetwas war nun anders.
Er spürte zwar keinen Schmerz mehr, aber er spürte auch sonst nichts mehr. Alles war taub. Sein Körper, seine Seele. Nichts. Nur Leere. Er musste lachen.
Das Wasser verlor seine Farbe, die Welt um ihn war grau. Die Sonne schien, doch nicht für ihn. Er wusste nicht mehr, ob er noch lebte oder durch den Tod erlöst wurde. Alles um ihn herum war genau wie vorher, aber das Leben schien unendlich langsam an ihm vorbei zu ziehen. Jede Minute schien wie Stunden.
Er schwamm vor einen Stein, so schnell er konnte. Er wollte den Schmerz fühlen, um zu wissen, dass er noch lebt. Wieder und wieder. Doch er spürte einfach nichts.
Während die Zeit verging, versuchte er seine Situation zu analysieren. Wie er da rein geraten war, warum er. Das Lehrbecken war unwichtig geworden, ebenso wie alles andere. Er musste etwas ändern. Er überlegte lange, wie er sein Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken sollte. Er wollte es richtig machen, denn es war seine einzige Chance.
Und in diesem Moment traf ein Sonnenstrahl auf ihn und erleuchtete sein Herz.